Apr
07

Mucositis – eine Nebenwirkung der Krebstherapie

„Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.“ Dieser Werbespruch ist allgemein bekannt. Eine Erkrankung, deren Therapie mit zahlreichen Nebenwirkungen einhergeht, ist Krebs. Um unsere Patienten und deren Angehörige besser darüber aufzuklären, beleuchten wir nach und nach die wichtigsten unerwünschten Wirkungen unter einer Krebstherapie genauer. In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit der Nebenwirkung Mucositis.

Allgemeines

Arzneistoffe, die bei einer Chemotherapie eingesetzt werden, führen häufig zur Schädigung von Schleimhautzellen. Der Grund hierfür liegt darin, dass unter einer Chemotherapie, neben den Tumorzellen, auch sich schnell teilende Körperzellen, wie z. B. die der Mund- oder Magenschleimhaut, zerstört werden.

Was ist Mucositis?

Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine Entzündung der Schleimhaut im Bereich des Mundes, der Speiseröhre und des Magen-Darm-Traktes ungefähr 5 bis 10 Tage nach Beginn einer Chemotherapie oder in der 3. bis 5. Woche einer Strahlentherapie. Sie zählt zu den häufigsten unerwünschten Wirkungen unter einer Chemo- oder Strahlentherapie.

Nicht alle Mittel, die bei Krebs zum Einsatz kommen (Zytostatika) führen zwangsweise zu einer Mucositis. Typische Zytostatika mit schleimhautschädigender Wirkung sind z. B. Doxorubicin, 5-Fluorouracil und Methotrexat. Um sich besser zu informieren, ob die Substanzen Ihrer aktuellen Chemotherapie ebenfalls Auslöser dieser Erkrankung sind, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Die Mucositis beginnt mit entzündlich und lokal begrenzten Veränderungen der Schleimhaut und kann sich bis hin zu offenen, sehr schmerzhaften Läsionen entwickeln. Häufig werden geschwächte Stellen durch Keime, wie Bakterien oder Hefepilze befallen, die die Heilung behindern und die Lebensqualität des Patienten stark beeinträchtigen. Sie leiden unter Brennen und Schmerzen und nehmen Hitze, Säure und scharfe Speisen besonders intensiv wahr. Unter Umständen ist eine Aufnahme fester oder flüssiger Nahrung ganz ausgeschlossen und es kommt zu Appetitlosigkeit und starkem Gewichtsverlust.

Therapiestrategien

Zur Behandlung eignen sich antientzündliche und desinfizierende Lösungen, wie Salbeitee, Kamillentee, verdünnter Kamillenextrakt (Kamillosan®), verdünnte 3%ige Wasserstoffperoxidlösung (1-2 EL auf 200 ml Wasser) und 0,1%ige Hexetidinlösung (z. B. Hexoral®). Gegen die Schmerzen werden schmerzstillende Lösungen eingesetzt. Bei sehr starken Schmerzen und starken Läsionen der Schleimhaut halten Sie bitte immer Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt.

Was können Sie selbst tun?

Lassen Sie sich, wenn möglich, vor einer Bestrahlung oder Chemotherapie die Zähne sanieren und/oder Ihre Zähne von einem Zahnarzt professionell reinigen. Verwenden Sie milde Zahncremes und Zahnbürsten mit sehr weichen Borsten. Spülen sie sowohl nach dem Zähneputzen, als auch nach dem Essen mit antientzündlichen und desinfizierenden Lösungen (s. o.). Lassen Sie unmittelbar vor und während der Chemotherapie kleine Eiswürfel in Ihrem Mund zergehen. Eine mehrmalige Spülung mit kaltem Salbeitee fördert die Wundheilung. Sollten Sie unter Mundtrockenheit leiden, besorgen Sie sich Speichelersatzflüssigkeit in Ihrer Apotheke: Sie bildet einen Schutz und Gleitfilm auf der Mundschleimhaut und erleichtert das Kauen und Sprechen. Trinken Sie viel. Das verhindert das Austrocknen der Schleimhäute. Vermeiden Sie Saures, Scharfes, zu Kaltes oder zu Heißes: die bereits lädierte Schleimhaut wird dadurch noch mehr geschädigt und Schmerzen verstärkt. Auch Alkohol und Rauchen reizen zusätzlich und sind nicht förderlich für den Heilungsprozess.

Geschrieben von admin. Veröffentlicht in Beratung Plus

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