Jun
11

Krebs – was Sie über die Ernährung wissen sollten

Zu den Themen, die Krebspatienten am häufigsten ansprechen, gehört die Ernährung. Diese wird bei einer Krebserkrankung in hohem Maß von der persönlichen Situation eines Patienten geprägt. Essen und Trinken sind normalerweise mit Genuss und Geschmackserleben verbunden. Für viele Patienten geraten diese positiven Assoziationen jedoch in den Hintergrund. Gewichtsabnahme und Schwächung des körperlichen Allgemeinzustandes können die Folge sein.

Tumorkachexie

Eine starke Gewichtsabnahme innerhalb kurzer Zeit bezeichnet man als Kachexie, die mit Symptomen, wie Gewichtsverlust, körperlicher Schwäche und Antriebslosigkeit, Appetitverlust, vorzeitiger Sättigung oder einer Abneigung gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln einhergeht. Als Ursachen dieser Mangelernährung gelten unter anderem die durch den Tumor veränderte Stoffwechsellage, eine verminderte Aufnahme und/oder Verdauung durch Organbeeinträchtigungen sowie durch auftretende Nebenwirkungen einer Therapie (z. B. Entzündungen der Mundschleimhaut, Übelkeit und Erbrechen) verminderte Nahrungsaufnahme. Desweiteren sind bei einer Tumorkachexie körpereigene Stoffwechselvorgänge, wie der Abbau von Muskeleiweiß oder Körperfetten erhöht.

Aufgrund dessen sollte alles dafür getan werden, dass ein erkrankter Mensch die Freude am Essen zurück erlangt. Appetitanregend ist beispielsweise das Essen in Gesellschaft der Familie oder Freunde. Eine angenehme Atmosphäre, genügend Zeit und optisch attraktiv hergerichtete Speisen können ebenfalls zu einer Steigerung der Nahrungsaufnahme beitragen.

Diätetische Therapie bei Mangelernährung

Vor allem eine kalorien- und fettangereicherte Ernährung wirkt sich günstig auf den Ernährungszustand aus. Durch folgende Maßnahmen kann dieser verbessert werden:

  • Verwendung von fettreichen Lebensmitteln (Sahne, Crème fraîche, Olivenöl, Rapsöl) bei der Speisenzubereitung
  • Trinken von kalorienreichen Getränken, wie Frucht- und Gemüsesäfte und zuckerhaltige Limonaden
  • Verzehr von fettem Seefisch (Hering, Wildlachs, Thunfisch, Makrele) mit einem hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren
  • Einsatz von Maltodextrin zur Kalorienanreicherung
  • Verzehr von kalorien- und nährstoffreicher Trinknahrung (Fresubin®, Fortimel®) und Suppen (Resource® Soup)
  • Viel Obst und Gemüse essen: 5 Portionen am Tag
  • Nur kleine Portionen anrichten
  • Viele kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt essen
  • Essen, wenn der Appetit am größten ist, egal wie spät es ist
  • Bewegung an der frischen Luft wirkt appetitanregend

Ernährungsmedizinische Ergänzung der Tumortherapie durch Mikronährstoffe

Vitamine und Spurenelemente sind für Tumorpatienten besonders wichtig, um einem Mangel an diesen Mikronährstoffen entgegenzuwirken, der durch eine Chemo- oder Radiotherapie hervorgerufen werden kann. Ein Mangel an Mikronährstoffen kann sich negativ auf die körpereigene Immunabwehr auswirken. Durch die Einnahme bedarfsgerecht abgestimmter Mikronährstoffe aus Vitaminen, Spurenelementen, Omega-3-Fettsäuren und sekundären Pflanzenstoffen z. B. aus Tomate (Carotinoide), Weintrauben (Reservatol) und Ingwer (Gingerole) kann der Mikronährstoffhaushalt von Tumorpatienten verbessert und Mikronährstoffdefizite ausgeglichen werden. Die Eigenschaften verschiedener Mikronährstoffe, wie Zink, Selen und Vitamin C können das Immunsystem onkologischer Patienten unterstützen und stärken. Im Rahmen der Primärtherapie kann durch die Zufuhr von Mikronährstoffen der Ernährungszustand von Tumorpatienten verbessert und dem Risiko einer Tumorkachexie entgegengewirkt werden. Dies trägt dazu bei die Lebensqualität dieser Patienten zu verbessern.

Hierfür gibt es in der Apotheke spezielle Nahrungsergänzungsmittel, die aufgrund der Zusammensetzung auf  spezielle Lebenssituationen zugeschnitten sind. Zu diesen Nahrungsergänzungsmittel zählt z. B. das Orthomol® immun, das speziell zur diätetischen Behandlung von nutritiv bedingten Immundefiziten, wie z. B. nach einer Chemo- oder Strahlentherapie entwickelt wurde.

Durch die Zufuhr von Mikronährstoffen kann der Krankheitsverlauf und das Befinden von Tumorpatienten positiv beeinflusst werden.

Schwerwiegende Ernährungsstörungen, wie eine sehr starke Abmagerung mit Body-Mass-Index unter 18, starke Durchfälle und ausgeprägte Fettstoffwechselstörungen sollten unbedingt von Ernährungsfachleuten, wie Oecotrophologen, Diätassistenten und einem Arzt begutachtet werden.

Geschrieben von admin. Veröffentlicht in Beratung Plus

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , ,

Trackback von Deiner Seite.

Kommentiere diesen Artikel.